Acht Fragen an…

Ralf Lukas, Opernsänger

Ich besuche das Welterbe Bayreuth: Was darf ich auf keinen Fall verpassen?

Ein Konzert oder eine Opernaufführung in dem mehr als 260 Jahre alten Markgräflichen Opernhaus Bayreuth.

Was gefällt Ihnen hier besonders gut?

Der unglaublich reich geschmückte und komplett aus Holz gestaltete Zuschauerraum des barocken Logentheaters. Dass in einer kleinen Stadt wie Bayreuth ein solch prachtvolles Opernhaus entstehen konnte, beeindruckt mich bis heute.

Haben Sie einen Geheimtipp?

Die ganz besonderen Inszenierungen des Markgräflichen Opernhauses. Wie zum Beispiel die Oper „Argenore“, komponiert von der Markgräfin Wilhelmine. Anlässlich der Heirat ihrer Tochter mit dem Herzog von Württemberg wurde das Markgräfliche Opernhaus im 18. Jahrhundert errichtet. Während der Aufführung der Oper „Argenore“ im Jahr 2010 wurde ein großes, fünfgängiges Menü serviert. Ein ganz einzigartiges Erlebnis.

Was hat Sie bei Ihrem ersten Besuch beeindruckt?

Mit wenigen Schritten in eine völlig andere Zeit und einen anderen, unerwarteten Raum einzutreten.

Wie lerne ich den Ort am besten kennen?

Man sollte viel Zeit mitbringen für diesen Ort, sich in den Zuschauerraum setzen und einfach den Blick schweifen lassen. Nur so kann man den gesamten Raum des Opernhauses erfassen und auf sich wirken lassen.

Was sollte ich mir hier sonst noch ansehen?

Die anderen Projekte der Markgräfin Wilhelmine. Zum Beispiel den Park Eremitage vor den Toren Bayreuths: Die historische Parkanlage aus dem 18. Jahrhundert mit ihren Pavillons, Brunnen und Wasserspielen gilt, wie das Markgräfliche Opernhaus, als Meisterwerk des Barock.

Welterbe macht hungrig. Welche regionale Spezialität sollte ich probieren?

Die deftige Küche der Region, etwa die fränkischen „Schäufele“: ein Schweinebraten, serviert mit Kraut und Klößen.

Und welches Welterbe würden Sie gerne mal besuchen?

Die Chinesische Mauer.

Ralf Lukas

stammt aus Bayreuth. Seine Gesangsausbildung hat der Opernsänger an der Hochschule der Künste in Berlin erhalten.

Bis 2002 gehört der Bassbariton zum Ensemble der Deutschen Oper Berlin. Seine Karriere hat ihn unter anderem nach Frankreich, Italien, Österreich, Spanien und bis nach Brasilien geführt. Bei den Bayreuther Festspielen stand er regelmäßig zwischen 2006 und 2012 auf der Opernbühne.