Acht Fragen an…

Petra Wesch, Mitarbeiterin Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg

Ich besuche das Welterbe Potsdam: Was darf ich auf keinen Fall verpassen?

Natürlich den Weinberg Friedrichs des Großen, gekrönt vom Schloss Sanssouci - das ist schon genial. Wenn man es nicht so touristisch mag: etwas abgelegen neben dem Hauptweg liegt das Schloss Charlottenhof mit den Römischen Bädern.

Was gefällt Ihnen hier besonders gut?

Die Gartenwelt von Sanssouci ist so ganz anders als die durchstrukturierten Gärten mit geometrischen Wegeachsen, zurechtgestutzten Bäumen und streng geschnittenen Hecken, die man sonst in königlichen Gartenanlagen findet. Wege, Wiesen und Baumgruppen scheinen nach dem Zufallsprinzip entstanden zu sein. Man fühlt sich, als ginge man in einem Gemälde spazieren. Auch das Schloss Charlottenhof ist so ganz anders, als Schlösser sonst in unserer Vorstellung aussehen. Es gleicht mehr der Villa eines wohlhabenden Bürgers, der mit viel Geschmack und auch Extravaganz seine Wohnung eingerichtet hat.

Haben Sie einen Geheimtipp?

Nun, wenn ich den preisgebe, ist das kein Geheimtipp mehr. Aber ich sage es dennoch: Es ist der Rosengarten am Schloss Charlottenhof. Mehr verrate ich aber nicht!

Was hat Sie bei Ihrem ersten Besuch beeindruckt?

Die perfekte Verbindung von gestalteter und natürlicher Landschaft. Da das Wasser das bestimmende Element hier ist, kann man die Einzigartigkeit dieser Kulturlandschaft am besten vom Schiff aus erleben. Noch ein Tipp: Benutzen Sie ein Wassertaxi.

In welcher Jahreszeit ist es hier am schönsten?

Es ist immer reizvoll, hier zu sein. Ich glaube, das ist davon abhängig, was für ein Typ Mensch man ist. Ich liebe es beispielsweise auch, an einem frostigen Wintertag von Havelsee zu Havelsee zu laufen und mir die Landschaft anzuschauen.

Was sollte ich mir hier sonst noch ansehen?

Es lohnt sich, die Stadt Potsdam zu Fuß zu erkunden. Das bedeutet nicht, die Brandenburger Straße hoch und herunter zu laufen – man sollte in die Seitenstraßen abbiegen und auch einmal in die Hauseingänge gehen, um sich von den Höfen der zweiten barocken Stadterweiterung überraschen zu lassen.

Welterbe macht hungrig. Welche regionale Spezialität sollte ich probieren?

Im Frühling ist der regionale Spargel einsame Spitze.

Und welches Welterbe würden Sie gerne mal besuchen?

Die Große Chinesische Mauer. Dieses gigantische Bauwerk würde ich gern ein Stück weit ablaufen, vielleicht von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.

Petra Wesch

ist in Eckartsberga in Sachsen-Anhalt geboren.

In Potsdam arbeitete die Pädagogin über 20 Jahre in der kulturellen Bildung für Kinder und Jugendliche. Seit 1983 sind die Schlösser und Parks von Potsdam ihre berufliche Heimat. In den einstigen Gärten Friedrichs des Großen ist sie heute für die Planung und Konzeption von Führungen und Veranstaltungen zuständig.