Acht Fragen an…

Serena L'hoest, Dolmetscherin und Denkmalpädagogin

Ich besuche das Welterbe Essen: Was darf ich auf keinen Fall verpassen?

Natürlich eine Führung im Zollverein bei meinen Kollegen oder mir. Hier erfährt man alles über die Architektur, Industrie- und Sozialgeschichte der Zeche und der Kokerei. Wir vermitteln Fachbesuchern wie Laien das Welterbe mit Originalmaschinen, Modellen und multimedialen Installationen – und natürlich anhand der Anlagen selbst. Unser Angebot an Spezialführungen ist groß und reicht von der Kunstführung bis zum Kindergeburtstag.

Was gefällt Ihnen hier besonders gut?

Die ungeheure Vielfalt an historischen Industrieanlagen, herausragender Architektur und Kunst, kulturellem Angebot und Natur im Zollverein Park.

Haben Sie einen Geheimtipp?

Der Palace of Projects von Ilya und Emilia Kabakov im Salzlager der Kokerei ist eine großartige Installation, die mich immer wieder begeistert.

Was hat Sie bei Ihrem ersten Besuch beeindruckt?

Das wunderschöne Doppelbock-Fördergerüst, eine Ikone der Region, das die Architektur der Schachtanlage Schacht XII von Fritz Schupp und Martin Kremmer im Stil der Neuen Sachlichkeit krönt.

In welcher Jahreszeit ist es hier am schönsten?

Für jede Jahreszeit habe ich eine Empfehlung: Im Sommer ist der Panoramablick vom Dach der Kohlenwäsche auf das Ruhrgebiet umwerfend. Im Herbst mutet das Industriewäldchen auf der Halde mit den Skulpturen von Ulrich Rückriem ganz verwunschen an. Im Winter muss man natürlich auf der Eisbahn der Kokerei Schlittschuh laufen. Und für den Frühling empfehle ich, auf einem Spaziergang über die Ringpromenade die sprießende Industrienatur zu genießen.

Was sollte ich mir hier sonst noch ansehen?

Das Ruhr Museum, das in der Kohlenwäsche auf Schacht XII umfassend und genial konzipiert über die Natur- und Kulturgeschichte der Region informiert. Allein dieses Museum kann man sich einen ganzen Tag lang anschauen.

Welterbe macht hungrig. Welche regionale Spezialität sollte ich probieren?

Eine anständige Portion Pommes. Für anspruchsvollere Zungen bieten das Casino Zollverein und das Kokerei Café regional inspirierte Gerichte an.

Und welches Welterbe würden Sie gerne mal besuchen?

Die verlassene Bergbauinsel Hashima in Japan. Die Insel ist zwar noch kein Welterbe, steht aber auf der Vorschlagsliste.

Serena L'hoest

kommt aus dem Ruhrgebiet. Sie ist in Essen geboren und aufgewachsen.

Ihr Psychologiestudium führt sie nach Bochum und Paris. Heute lebt sie wieder in Essen und arbeitet als Dolmetscherin und Denkmalpädagogin. Eines ihrer Spezialgebiete: französischsprachige Fachführungen für Architekten und Stadtplaner, die sich in Essen und dem Ruhrgebiet über die Folgen der Deindustrialisierung und über den grundlegenden Strukturwandel im größten deutschen Ballungsraum informieren wollen.

 

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